RT-Duits: 27-06-2024,

Wenn es um das Für oder Wider bei der deutschen Militärunterstützung für die Ukraine geht, gehört folgende Unterstellung zum Alltag: Die Russen sind so “unglaublich” brutal und gewaltbereit, dass sie die Ukrainer als Volk auslöschen, wenn Deutschland seine Waffenlieferung einstellt. Mit der Realität des Ukraine-Krieges hat diese Behauptung nur wenig zu tun.

Von Wladislaw Sankin 

Zunächst ein paar Zahlen, die der russische Präsident Wladimir Putin am 6. Juni gegenüber den westlichen Nachrichtenagenturen bekannt gab: Zu der Zeit befanden sich 6.465 ukrainische Soldaten und Offiziere in russischer Gefangenschaft. Auf der ukrainischen Seite waren es 1.348 russische Militärangehörige, die festgehalten wurden. 

Die meisten von ihnen ergaben sich nicht freiwillig, sondern wurden in einer für die jeweilige Seite aussichtslosen Kampfsituation gefangen genommen. Für eine freiwillige Kapitulation haben die Russen eine spezielle Frequenz für weitverbreitete Funkgeräte “Baofeng” eingerichtet – mit dem Rufzeichen “Wolga”. Wie viele Ukrainer von dieser Gelegenheit bislang Gebrauch gemacht haben, ist nicht bekannt, aber es gibt solche Fälle durchaus.

Zum Tod der ukrainischen Kriegsgefangenen: Die Ukraine verschont niemanden

Das Problem für die Ukrainer dabei ist: Die Kapitulation wird von der eigenen Seite stets massiv behindert, indem die Kapitulationswilligen, solange sie sich als solche zu erkennen geben, zur Liquidation freigegeben werden. Auf dem von Drohnen und Nachtsichtgeräten durchleuchteten Kampffeld, wo auch die Dunkelheit und Schützengräben keinen Schutz mehr bieten, wird die Kapitulation zu einem extrem schwierigen Unterfangen. 

Der russische Militärblogger Boris Roschin hat vor wenigen Tagen auf seinem Telegram-Kanal Colonelcassad von einer filmreifen Geschichte der versuchten Rettung berichtet.

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