RT-Duits: 25-12-2025,
25 Dez. 2025 21:00 Uhr
Die Vorweihnachtszeit ist durch, also muss man nicht mehr sozial tun. Das hat sich wohl Kanzleramtschef Frei gedacht und die Deutschen gleich zum Gänsebraten mit der Forderung nach einer Streichung von Kassenleistungen beglückt.
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Jetzt hat auch noch der Kanzleramtschef Thorsten Frei nachgelegt mit der Forderung, Krankenkassenleistungen zu streichen, um das Defizit zu bekämpfen. Erst am Tag zuvor hatte Monika Schnitzer, die Vorsitzende der “Wirtschaftsweisen”, eine höhere Selbstbeteiligung von Kassenpatienten gefordert und die alte Praxisgebühr wieder aufgewärmt, obwohl diese 2012 abgeschafft wurde, weil sie die angeblich gewünschte Wirkung (die Zahl der Arztbesuche zu verringern) nicht erzielte.
Eigentlich ist es eher ungewöhnlich, dass sich ein Kanzleramtschef zu Wort meldet. Seine Funktion ist, neben der Verwaltung eben der Bürokratie des Kanzleramts, vor allem die Koordination der Geheimdienste, und nicht die Gesundheitspolitik. In diesem Fall wirkt das eher so, als habe sein Chef Friedrich Merz einen Weg gesucht, etwas zu sagen, ohne es zu sagen. Auf jeden Fall ist eine derartige Aussage von ihm deutlich bedrohlicher als jene der Ökonomin.
90 Prozent der Deutschen sind bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert, nur 10 Prozent bei einer der Privatkassen. Was hier angekündigt wird, ist also für die meisten ein unerwünschtes Weihnachtsgeschenk. Selbstbeteiligungen sind in den letzten Jahrzehnten immer weiter ausgebaut worden ‒ bei Medikamenten gibt es eine Zuzahlung, von der sich Ärmere aufwendig befreien lassen müssen: Zahnersatz wird nur noch teilweise, Brillen gar nicht mehr finanziert (obwohl Letztere eine Voraussetzung für die Arbeitsfähigkeit sind),