RT-Duits: 10-02-2026,
10 Feb. 2026 06:30 Uhr
Von Pierre Levy
Die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen in Portugal fand am 8. Februar in einem Land statt, das von schweren Stürmen und Überschwemmungen heimgesucht wurde. Der Sozialist António José Seguro wurde mit 66,6 Prozent der Stimmen gewählt. Er tritt damit die Nachfolge von Marcelo Rebelo de Sousa an, einem Politiker der Rechten, der oft als konsensorientiert beschrieben wird und nach Ablauf seiner zweiten Amtszeit nicht mehr kandidieren durfte.
Doch sein Gegner André Ventura, Vorsitzender und Gründer der rechtsextremen Partei Chega, scheint mit 33,3 Prozent der Stimmen der eigentliche Gewinner zu sein. Er festigt damit den Durchbruch seiner Bewegung, der in den 2020er Jahren begann. In der ersten Wahlrunde am 18. Januar erhielt Ventura 23,5 Prozent der Stimmen.
Wochen vor der ersten Runde deuteten Umfragen darauf hin, dass fünf Kandidaten auf eine Qualifikation für die zweite Runde hoffen konnten, was ein Zeichen für eine neue Fragmentierung der politischen Landschaft Portugals ist, die bisher von zwei großen Kräften dominiert wurde: der Sozialistischen Partei (PS) und der Sozialdemokratischen Partei (PSD, trotz ihres Namens als Mitte-Rechts-Partei eingestuft).
Mit der späten Unterstützung der PS, deren Generalsekretär er war, erzielte Seguro im ersten Wahlgang 31,1 Prozent der Stimmen. Er gilt als rechts von seiner eigenen Partei stehend: Er war 2011 aktiv, als die PS und anschließend die Rechte nach der Schuldenkrise Sparmaßnahmen durchführten – eine Zeit, in der die Wirtschaftspolitik des Landes direkt von der Europäischen Union und dem IWF gesteuert wurde.