RT-Duits: 15-02-2026,
15 Feb. 2026 19:45 Uhr
Von Astrid Sigena
Die Nachrichten der vergangenen Monate klangen so positiv: Erst die Indienststellung der Brigade Litauen im April 2025, dann der feierliche Aufstellungsappell in der litauischen Hauptstadt Vilnius, schließlich die Unterstellung zweier Kampftruppenbataillone Ende Januar 2026. Der Chef des Heeres, Generalleutnant Freuding, sowie der Kommandeur der Brigade Litauen, Brigadegeneral Christoph Huber, ließen keine Gelegenheit verstreichen, vor den Kameras zu verkünden, dass der Aufbau der Panzerbrigade 45 “nach Plan” verlaufe.
Und nun das: Einer Meldung des Nachrichtenmagazins Der Spiegel zufolge melden sich viel zu wenige Freiwillige für den Dienst im Baltikum. Verteidigungsminister Pistorius hatte 2023, als er die Pläne für die Aufstellung der Brigade bekanntgab, versprochen, dass die Stationierung von Bundeswehrangehörigen an den künftigen Standorten in Rukla und Rūdninkai ausschließlich auf Freiwilligkeit beruhen würde – wohl in der Hoffnung, dass sich aufgrund besonderer Vergünstigungen schon genügend Freiwillige finden würden. Weit gefehlt!
Die Verweigerungshaltung betrifft gerade die beiden Kampfbataillone, das Panzergrenadierbataillon 122 aus dem bayerischen Oberviechtach und das Panzerbataillon 203 aus dem nordrhein-westfälischen Augustdorf. Das sind die Bataillone, die in Litauen nach dem Willen von Bundesregierung und Bundeswehrführung die NATO-Ostflanke gegen Russland verteidigen sollen. Ihre Verlegung nach Litauen soll bis zum Jahr 2027 erfolgen. Ein internes Papier der Bundeswehr vermeldet nun, dass die Anzahl der freiwilligen Meldungen nicht ausreichend für den Aufbau der Brigade sei. Für das Panzerbataillon 203 sind 414 Dienstposten vorgesehen – gemeldet haben sich nur 197 Soldaten.
Noch schlechter sieht es beim Panzergrenadierbataillon 122 aus: Für 640 Dienstposten gingen nur 181 Bewerbungen ein.