RT-Duits: 16-02-2026,
16 Feb. 2026 09:36 Uhr
Christian Sewing, Vorstandschef der Deutschen Bank, plädiert dafür, dass bestimmte Berufsgruppen später in Rente gehen. Außerdem hält er es für möglich, dass die AfD nach den Landtagswahlen im Osten einen oder mehrere Ministerpräsidenten stellen könnte. Das würde Investoren abschrecken.
Quelle: www.globallookpress.com
Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hat sich für eine längere Lebensarbeitszeit für Büroangestellte ausgesprochen. Angesichts des Reformdrucks bei der Altersvorsorge und den Sozialsystemen forderte er in einem Interview mit der Welt am Sonntag eine ehrliche Debatte über notwendige Einschnitte.
“In Berufen am Schreibtisch muss man darüber sprechen, die Lebensarbeitszeit zu erhöhen”, so Sewing. Zudem regte er an, den Kündigungsschutz für Besserverdienende zu überdenken und die hohe Zahl von Krankheitstagen in Deutschland kritisch zu prüfen. Diese sei im europäischen Vergleich auffällig hoch.
Sewing warnte zudem vor den politischen und wirtschaftlichen Folgen eines möglichen AfD-Ministerpräsidenten nach den Landtagswahlen im Herbst 2026. “Wenn das Teil einer generellen Bewegung ist, die ausstrahlt und Deutschland etwa über den Bundesrat blockiert, wäre das verheerend”, erklärte er. Internationale Investoren könnten dadurch abgeschreckt werden, was die wirtschaftliche Lage zusätzlich belasten würde.
Er betonte, dass Deutschland sich in den kommenden Jahren auf schmerzhafte Einschnitte einstellen müsse, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Laut einer Umfrage der Deutschen Bank glauben mittlerweile mehr als 80 Prozent der Bevölkerung nicht mehr daran, dass die staatliche Rente für ihre Versorgung im Alter ausreichen wird – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu vor fünf Jahren.