Manova: 23-12-2025,
Und so sitze ich nun wieder hier. Wie jedes Jahr. Mit Tee, Stille und einem leisen Zynismus, der mir mittlerweile vertrauter geworden ist als jede festliche Weihnachtsmusik. Und ich schreibe auf, was ich mir wünsche. Nicht, weil ich glaube, dass es jemand erfüllt, sondern weil ich hoffe, dass es jemand liest. Vielleicht sogar jemand, der bereit ist, nicht nur zuzuhören, sondern auch zu handeln. Denn irgendwo tief in mir, inmitten aller Müdigkeit, wartet noch immer ein Funke Hoffnung darauf, dass dieses Land, diese Menschen, wir alle mehr verdienen als das, was wir gerade bekommen.
Ich wünsche mir Frieden, Frieden für alle.
Ich weiß, es klingt pathetisch. Frieden. Ein Wort, das so abgegriffen ist, dass man es fast schon für einen Dekoartikel hält, den man in den Schaufenstern der Adventszeit zwischen Holzengeln, LED-Rentieren und „original erzgebirgischen Schwibbögen“ — natürlich made in China — findet. Ein Wort, über das Politiker reden, wenn sie Kriege vorbereiten. Ein Wort, das in Talkshows inflationär benutzt wird, während im Hintergrund Statistiken eingeblendet werden, die mehr an einen Notstandsplan erinnern als an eine Zukunft. Aber ich meine es ernst!
Nicht diesen dekorativen Frieden, der auf Wahlplakaten klebt wie ein Rabattaufkleber auf altem Käse. Ich meine echten Frieden. Den, der Menschen die Angst nimmt. Den, der Kinder davor schützt, zu früh erwachsen werden zu müssen. Den, der keine Gewinner kennt — außer die Menschlichkeit.
Ich wünsche mir Frieden für alle. Für Deutsche, für jene, die arbeiten, und jene, die keine Chance bekommen.