Manova: 17-02-2026,

Wir sollten aufhören, Geschlecht und Gender — womit die empfundene geschlechtliche Identität gemeint ist und nicht die biologischen Tatsachen — weiter in einen Topf zu werfen. Vielmehr sollten therapeutische Möglichkeiten geschaffen werden, die versuchen, genau herauszufinden, was sich hinter der Ablehnung des eigenen Geschlechts verbirgt. Natürlich gibt es Fälle, in denen man sich tatsächlich nicht damit identifizieren kann, aber ich bin sicher, dass es weitaus häufiger andere Gründe sind, die dazu führen.

Kürzlich hatte ich in der Praxis den tragischen Fall eines Mädchens, das vom Vater massiv abgelehnt wurde, weil sie nicht der gewünschte Junge geworden war und leider auch das einzige Kind blieb. Er wollte die ersten Jahre gar nichts mit ihr zu tun haben. Sie hat früh angefangen, sich zu ritzen. Eine psychische Störung wurde diagnostiziert, und mit dem Arzt war sie sich dann einig, dass die Ursache ihre Brüste sind, die sie sich mit 19 Jahren — vom Vater bezahlt — hat abnehmen lassen, um es wenige Wochen später zu bereuen. Und niemand hat die frühe Ablehnung überhaupt nur in Betracht gezogen.

Junge Menschen benötigen mehr Unterstützung, sich anzunehmen, wie sie sind. Und ganz gleich, wie man ist oder sein möchte, braucht es dafür in der Gesellschaft offene Räume, anstatt sich zu verstümmeln in einem Alter, in dem man die Folgen unmöglich überblicken kann. Man muss gerade Kinder und Jugendliche vor irreversibler Schädigung ihres Körpers bewahren, bevor man sie mit Operationen und lebenslangen Medikamentengaben zu Dauerpatienten macht. Derzeit werden Pubertätsblocker sogar schon von der Regierung beworben,

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