Transition News: 25-06-2024,

Veröffentlicht am 26. Juni 2024 von TG.

Teil 1 ist hier zu lesen

5. Wollte Moskau West-Berlin aushungern und übernehmen?

• Der Historiker Christoph Kleßmann hob in seinem Buch «Die doppelte Staatsgründung – Deutsche Geschichte 1945 – 1955» (1991) hervor, die sowjetische Blockade Westberlins sei «ein letzter massiver Versuch», gewesen, «die Bildung eines westdeutschen States doch noch zu verhindern. Sie war weder auf östlicher noch auf westlicher Seite Bestandteil einer langfristigen politischen Strategie.»

Für Kleßmann handelt es sich um ein Modell für «die reaktive Mechanik der Konflikteskalation». Der Chef der Sowjetischen Militäradministration (SMAD), Marschall Wassili Sokolowski, habe seinem US-Gegenüber General Clay gesagt, dass Moskau einen westdeutschen Teilstaat verhindern wollte.

• Bei Historiker Wettig ist zu lesen, Sokolowski habe Clay erklärt, der Verkehr bleibe unterbrochen, bis die Westmächte darauf verzichten, einen separaten westdeutschen Staat zu errichten. Die sowjetische Führung unter Stalin sei längere Zeit davon ausgegangen, den Machtkampf um Berlin gewinnen zu können.

Ihr Ziel sei unter anderem ein Friedensvertrag für ganz Deutschland gewesen. Doch mit der Zeit habe der Ausbau der Kapazitäten für die «Luftbrücke» nach Westberlin und die negativen Folgen für die eigene Seite für Umdenken in Moskau gesorgt.

• Der Historiker Loth betonte, was andere gern weglassen:

«In der Öffentlichkeit erschien die Blockade als ein Versuch, ganz Berlin und so viel als möglich von ganz Deutschland in den sowjetischen Herrschaftsbereich einzubeziehen; dass sie präzise nur gegen die Weststaatsgründung gerichtet war,

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