Manova: 26-05-2026,
Vielleicht wird man eines Tages rückblickend erkennen, dass die eigentliche geistige Vorbereitung neuer Kriege nicht in Kasernen, Verteidigungsministerien oder NATO-Hauptquartieren begann, sondern in den scheinbar harmlosen Routinen westlicher Unterhaltungskultur — in Streamingplattformen, Serienuniversen, Nachrichtensendungen, geopolitischen Thrillern und jenen emotionalen Narrativen, mit denen Gesellschaften langsam lernen, militärische Gewalt nicht mehr als moralische Katastrophe, sondern als normale Form politischen Handelns wahrzunehmen. Denn Kriege entstehen niemals ausschließlich aus geopolitischen Interessen oder militärischen Machtkonstellationen. Sie benötigen immer auch ein kulturelles Klima, in dem Aufrüstung, Feindbilder, Ausnahmezustände und militärische Logik psychologisch akzeptabel werden. Ein Beitrag zur Sonderausgabe „Wehrdienst und Militarisierung“.