Nachdenk Seiten: 29-07-2026,

Nun ging doch alles recht schnell: Der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Jens Spahn, trat von seiner Funktion zurück. Damit reagierte er offiziell auf den wachsenden Druck aus Partei und Medien, nachdem bekannt wurde, dass er und sein Ehepartner nun Eltern eines Kindes über eine Leihmutter geworden sind. Die veröffentlichte Empörung greift zu kurz, denn Spahn hat mit seinem Verhalten ein generelles Problem manifestiert: die Verachtung der Eliten gegenüber Max Mustermann. Von Alexander Neu.

Jens Spahn stand als Berufspolitiker seit Jahren im Zentrum der medialen Berichterstattung. Er galt als konservativer Vertreter seiner Partei. Zugleich ging er offen mit seiner sexuellen Ausrichtung um und trug damit sicherlich zu einer Liberalisierung im Umgang mit Homosexualität in seiner Union bei. Spahn hatte ein paar Skandale (Maskenaffäre, Umgang mit den Coronamaßnahmen), die an sich bereits seinen Rücktritt hätten begründen müssen. Mit dem neuesten Skandal jedoch wurden die Gemüter erhitzt, und der Druck auf ihn beendete vorerst seine politische Karriere. Ist dieser Druck auf Spahn gerechtfertigt?

Ethische Frage und politische Positionierung der CDU

Die Ebene des ethisch richtigen Verhaltens ist eine sehr subjektive Kategorie. Was ich als moralisch/ethisch vertretbar erachte, ist für jemand anderes bereits völlig inakzeptabel. Allein die Frage der Sterbehilfe ist eine zutiefst ethische Frage. Angesichts dessen ist die Beantwortung einer ethischen Einordnung der Leihmutterschaft nur subjektiv möglich. Ich persönlich hadere mit dem Phänomen der Leihmutterschaft: Zum einen ist es in der Regel wohl eher ein Geschäftsmodell – wobei ich nicht weiß, ob es sich im Fall Spahn um eine kommerzielle oder „altruistische“ Leihmutter handelte.

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