Nachdenk Seiten: 31-07-2026,
Der Ölpreis hat wegen des erneut aufgeflammten Nahost-Konflikts in der vergangenen Woche wieder die Marke von 100 Dollar je Fass übersprungen. Ökonomen rechnen nun wieder mit steigenden Inflationsraten. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bei ihrer Sitzung am 23. Juli den Leitzins aber noch bei 2,25 Prozent belassen. Ein Zinsschritt im September auf 2,5 Prozent gilt nun als wahrscheinlich. Erst im Juni hatten die Währungshüter erstmals seit drei Jahren wieder den Leitzins erhöht. Das Vorgehen der EZB ist allerdings umstritten. Es stellt sich nicht nur die Frage, inwieweit es überhaupt sinnvoll ist, mitten in eine Rezession hinein die Zinsen zu erhöhen, sondern auch, ob sich die EZB mit ihrem gesamten geldpolitischen Ansatz nicht generell auf dem Holzweg befindet. Von Thomas Trares.
Mit Beginn des Iran-Kriegs im März dieses Jahres und der faktischen Schließung der Straße von Hormus erlebt die deutsche Wirtschaft bereits zum zweiten Mal binnen weniger Jahre einen Energiepreisschock. Nach Inflationsraten von über zehn Prozent infolge des Ukraine-Kriegs begannen die Preise im März erneut zu steigen. Im April lag die Teuerungsrate in Deutschland bereits bei 2,9 Prozent, in der Eurozone waren es im Mai sogar 3,2 Prozent. Im Juni hat die EZB dann den Leitzins um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent erhöht. Es war der erste Zinsschritt seit 2023. Die EZB begründete die Maßnahme mit dem Krieg im Nahen Osten und dem dadurch entstehenden Druck auf die Inflation. Zugleich bekräftigten die Notenbanker, die Inflation auf mittlere Frist beim Zielwert von zwei Prozent zu stabilisieren.[1]
Auf Zinserhöhung verzichtet
Nachdem die Inflation im Juni wieder etwas gesunken war,