Nachdenk Seiten: 31-07-2026,
Unsere Geschichtsbücher erzählen gerne von Generälen, Feldherren, Königen und Präsidenten, die Kriege führen, gewinnen und verlieren. Doch sie sind es nicht, die elend in Schützengräben kauern und denen die Gliedmaßen von einer feindlichen Kugel weggerissen werden. Für das Schicksal der „Johnnys“, die mit Trommeln und Versprechungen geködert und dann im Militär gebrochen und in Kriegen verheizt werden, ist nicht die Geschichtsschreibung, sondern die Kunst zuständig. Ein solches Kunstwerk ist das zeitlose Antikriegslied „Johnny I Hardly Knew Ye“, dass ich Ihnen heute im Rahmen des Projekts „Friedensnoten“ in der eindringlichen Version von Benjamin Luxon und Bill Crofut[*] vorstellen will. Von Jens Berger
Unsere Übersicht zu den „Friedensnoten“ der NachDenkSeiten (wird fortwährend ergänzt) finden Sie hier.
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Die Geschichte ist schnell erzählt. Ein irischer Soldat kehrt aus einem Kolonialkrieg der britischen Armee zu seiner Braut zurück. Doch zurückgekehrt ist eigentlich nur noch eine Hülle. Denn was da zurückkehrt, ist kaum wiederzuerkennen: keine Arme, keine Beine, die Augen erloschen, „an eyeless, boneless, chickenless egg”, einer, den man mit einer Bettelschale an die Straße setzen muss. Der Refrain ist ebenso schlicht wie vernichtend: „Johnny, I hardly knew ye.“ Johnny, ich habe dich kaum wiedererkannt. Mehr muss man über den Krieg eigentlich nicht sagen.
Die Legende sagt, dass dieses Lied bereits im 18.