Nachdenk Seiten: 31-07-2026,

Für das Projekt Friedensnoten macht sich Marcus Klöckner Gedanken zu dem Lied „Eiszeit“ von Peter Maffay. Eine erweiterte, längere Live-Version des Liedes, das Maffay mit seiner Band 2001 spielte, rückt dabei in den Vordergrund. Bevor der Künstler zu singen anfängt, äußert er sich zu jener Zeit der Aufrüstung in der alten Bonner Republik, als „Hunderttausende auf die Straße gingen, um gegen diesen Wahnsinn zu demonstrieren“. Aber was sagt Maffay heute? Mit kritischem Ton fragt er Boris Pistorius in einem Facebook-Post, ob wir bald „mit der Bekanntgabe der Mobilmachung rechnen“ müssten. Von Marcus Klöckner.

Da saßen wir in einem halbfertigen Haus, in Tutzing, am Starnberger See, zwei Musiker unterm Dach in einem kleinen Zimmer – und schrieben ein paar Songs. In dieser Zeit der Auf- und Abrüstung, als Hunderttausende auf die Straße gingen, um gegen diesen Wahnsinn zu demonstrieren, haben wir versucht, das Gefühl, unsere Angst, in einem Lied zum Ausdruck zu bringen. Dieses Lied, das dabei rausgekommen ist, das heißt: Eiszeit.

Während Peter Maffay im Februar 2001 bei einem Live-Konzert in Hamburg diese Zeilen mit ruhiger, erzählender Stimme zu seinen Fans spricht, spielt die Band bereits den Anfang eines der bekanntesten Maffay-Lieder ein. Keyboards, Synthesizer erzeugen einen zart hallenden Klangteppich, lange, schwebende Akkorde sind zu hören, sanfte Gitarrenlaute dringen ans Ohr, ruhige, perlende Klänge erfüllen den Raum, ein zurückhaltendes Schlagzeugspiel bereitet sich vor, ein tiefer Bass schallt vorsichtig. Der Raum für den melancholischen Rückblick auf eine Zeit großer Gefahr,

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