Nachdenk Seiten: 14-09-2026,

Der kürzlich in Kirgisien stattgefundene 26. Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) unter dem Titel „25 Jahre SCO: Gemeinsam für nachhaltigen Frieden, Entwicklung und Wohlstand“ ist aus zwei Gründen von besonderem Interesse: Erstens wurde der 25. Jahrestag gefeiert. Im Jahre 2001 gründeten sechs Staaten (Kasachstan, China, Kirgisien, Russland, Tadschikistan und Usbekistan) im euro-asiatischen Raum die SCO. Zweitens ist die SCO angesichts des Angriffskrieges der USA gegen ein Mitglied der SCO, den Iran, unter besonderer Belastung. Der Iran ist seit 2023 Vollmitglied dieser Organisation. Warum wurde die SCO gegründet, was ist ihre Aufgabe und welchen Binnenkonflikten ist sie ausgesetzt? Ist der 25. Jahrestag ein Grund zum Feiern für die Mitgliedsstaaten oder befindet sich das Bündnis in einer Krise? Von Alexander Neu.

Gründungsmotiv

Im Jahre 1997 hielt der damalige US-Senator und spätere US-Präsident Biden eine Rede beim Atlantic Council in Washington. In seiner Rede machte er sich über die Kritik russischer Gesprächspartner an der geplanten NATO-Osterweiterung lustig. Die Russen hätten erklärt, sie müssten sich nach China orientieren, wenn die NATO sich nach Osten erweitere. Biden habe den Russen dabei „Viel Glück“ gewünscht. Und wenn das nicht funktioniere, sollten sich die Russen dem Iran zu wenden, so Biden lachend. Sie, die Russen, hätten gewusst, dass dies keine Option gewesen sei, so Biden selbstbewusst. Sie müssten sich Richtung Westen orientieren.

Vier Jahre Später folgte Russland dem Rat Bidens, sich auch Asien zu zuwenden, ohne jedoch die westliche Orientierung zunächst aufzugeben.

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