Nachdenk Seiten: 25-06-2026,
Es ist bereits eine Minute vor zwölf. Mit einem frohen „Slava Ukraine“, dem Schlachtruf der ukrainischen Nationalisten (OUN und UPA) während der Massenmorde an Polen (Wolhynien) und Juden, kündigte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius im Mai in Kiew die gemeinsame Entwicklung von Langstreckendrohnen bis 1.500 Kilometern und deren Produktion auf deutschem Boden (vermutlich in Süddeutschland) an. Von Frank Haubold.
Nur wenig später gerieten Polen und die Ukraine in eine tiefe diplomatische Krise, als der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dem Operationszentrum Nord der ukrainischen Spezialeinsatzkräfte den Ehrennamen „Helden der UPA“ verlieh. Als Reaktion darauf entzog der polnische Präsident Karol Nawrocki im Juni 2026 Selenskyj den Orden des Weißen Adlers, worauf zahlreiche ukrainische Würdenträger ihre polnischen Orden ebenfalls zurückgaben.
Was diese beiden Ereignisse miteinander zu tun haben? Der aktuelle polnisch-ukrainische Konflikt zeigt eindrucksvoll, dass Geschichte niemals tot und begraben ist und überwunden geglaubter Hass bei entsprechendem Anlass sofort wieder lebendig wird. So kann man in zahlreichen Kommentaren auf X verfolgen, dass sich viele Polen sehr genau an die bestialischen Grausamkeiten der ukrainischen Nationalisten während des Wolhynien-Massakers erinnern.
Zu den Kernaufgaben verantwortungsbewusster Staatsmänner und Militärs gehört es daher, sich in die Position der Gegenseite zu versetzen, auch, um ein Gespür für deren mögliche Reaktionen zu bekommen. Doch dieses Gespür geht der Bundesregierung, von Bundeskanzler Merz über Außenmister Wadephul, der Russland gleichmal zum ewigen Feind erklärte, bis zu Pistorius völlig ab.
Das ist nicht nur ein strategischer Fehler, denn er treibt Russland vollends in die Arme Chinas und Nordkoreas,