Nachdenk Seiten: 27-06-2024,

Vor 10 Jahren ging es nur um die Krim, eine Halbinsel mit einer Fläche von etwa 26.500 km², die etwa 4% der Gesamtfläche der Ukraine entspricht. Es ist ein Gebiet, deren Bevölkerung und Geschichte auf das Engste mit Russland verbunden sind und dessen Hafen Sewastopol für Russland eine herausragende militärische Bedeutung hat. Von Lorenzo Salomons

Es kam zu einer weitestgehend gewaltlosen Eingliederung der Krim in die Russische Föderation, dessen Bevölkerung in großer Mehrheit dafür gestimmt hatte. Nicht zuletzt unter dem Eindruck, zu welcher Gewalt und Entrechtung es in Kiew und anderen Orten in der Ukraine nach dem Umsturz gegen die russische Ethnie gekommen war. Statt diese Zusammenhänge zu berücksichtigen, erlebte die Welt eine beispiellose Diffamierung, Verteufelung und Sanktionierung Putins und Russlands durch den Westen. Jeder der auf die Landkarte blickte und die Entwicklung verfolgt hatte, konnte sich nur die Augen reiben und über die zunehmend maßlose Reaktion wundern. Diese wurde damit begründet, dass Putins Vorgehen andere Staaten oder ihn weiter ermuntern würde, “die internationale Friedensordnung” zu zerstören. Dabei außer Acht lassend, dass diese bereits zuvor von der NATO zerstört worden war. 1999 mit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf Jugoslawien und danach noch durch die Loslösung des Kosovo von Serbien und dessen Anerkennung durch USA und Verbündete in 2008.

Diese heftige Reaktion des Westens wird nur aus Sicht der von Brzezinski 1997 formulierten Zielsetzung der US-Außenpolitik verständlich, Russland die Krim wegzunehmen.[1] Hierzu wollten die USA in 2008 auf der NATO-Tagung in Bukarest die Ukraine in die Nato überführen.

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