Fassadenkratzer: 02-03-2026,
Im vorigen Artikel über den Bericht einer Verselbständigung eines KI-Modells und die damit verbundenen ungeheuren gesellschaftlichen Probleme und Gefahren habe ich bereits auf eine Meldung hingewiesen, dass Washington gewaltigen Druck auf die großen KI-Anbieter ausübe, ihre Modelle unbeschränkt für sämtliche militärischen Anwendungen freizugeben. Damit demonstrieren die politisch-militärischen Machthaber zugleich, wer die Kontrolle über die zivile KI-Entwicklung beansprucht. Es eröffnen sich düstere Perspektiven: KI-Modelle mit Eigenleben und selbständigem Urteil in unbegrenztem militärischen Einsatz. Doch Anthropic-CEO Dario Amodei widersetzt sich und zieht rote Linien.
Dario Amodei, CEO Anthropic, (Foto: Chris Ratcliffe / Bloomberg / Getty Images)
Der zeitliche Ablauf ist auffällig. Matt Shumer schrieb in seinem besprochenen Artikel, dass am 5. Februar 2026 zwei große KI-Labore gleichzeitig neue Modelle veröffentlicht hätten, die eigenständige intelligente Entscheidungen treffen könnten. Er berichtete am 9. Februar darüber. Bereits am 10. Februar fanden im Pentagon Gespräche mit OpenAI (ChatGPT), Anthropic (Claude), Google und Elon Musks XAI über den KI-Einsatz statt, wie Reuters am 11.2. meldete.1 Worum ging es da? Reuters schreibt:
„Das Pentagon drängt führende KI-Unternehmen wie OpenAI und Anthropic dazu, ihre KI-Tools in geheimen Netzwerken ohne viele der Standardbeschränkungen, die die Unternehmen für Nutzer anwenden, verfügbar zu machen.
Während einer Veranstaltung im Weißen Haus am Dienstag erklärte Emil Michael, Chief Technology Officer des Pentagon, gegenüber Führungskräften aus der Technologiebranche, dass das Militär darauf abzielt, die KI-Modelle sowohl in nicht geheimen als auch in geheimen Bereichen verfügbar zu machen,