Overton Magazin: 16-02-2026, Bild: Pixabay.com/Lizenz

Hilft es, eine Warnung zu geben? Und wenn ja: Wie sollte sie aussehen?

Ein „Trigger“ ist ein Reiz, der eine bestimmte emotionale Reaktion wie Angst, Schmerz oder auch eine Dissoziation auslösen kann. Letztere bezeichnet, vereinfacht gesagt, das Herausfallen oder Auseinanderfallen bestimmter psychischer Erlebnisse oder Funktionen. Menschen mit schweren traumatischen Erfahrungen können hiervon besonders betroffen sein.

Der Begriff „Triggerwarnung“ hat sich in den letzten rund 15 Jahren durchgesetzt und wurde inzwischen auch in den Duden aufgenommen. Die Warnung soll einer Person, die für Trigger anfällig ist, die Möglichkeit geben, sich auf den Reiz vorzubereiten – oder vielleicht auch wegzuschauen, umzuschalten oder nicht weiterzulesen.

In Büchern kommt der Begriff „Triggerwarnung“ seit etwa 2010 häufiger vor. Interessanterweise findet er in deutschsprachigen Büchern (rot) inzwischen rund dreimal häufiger Erwähnung als in englischsprachigen (blau). Skala: 10^-6 Prozent. Datenquelle: Google Books Ngram

Ähnlich wie Jugendschutzregeln, die Eltern dabei helfen sollen, passende Inhalte für ihre Kinder auszuwählen, können Triggerwarnungen einen bewussteren Umgang fördern: Wer zum Beispiel weiß, dass er auf Details über schwere Verbrechen, Unfälle oder Kriegsgeschehen stark reagiert, bekommt durch den Hinweis vorab mehr Möglichkeiten.

Doch helfen Triggerwarnungen wirklich oder handelt es sich dabei eher um eine symbolische, womöglich „woke“ Handlung, mit der man eher die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Identität ausdrückt? Und wenn sie helfen, wie sollten sie idealerweise gestaltet sein? Ein Team aus der Psychologie um Philipp Herzog von der Universität Kaiserslautern-Landau hat das jetzt experimentell untersucht.

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