Overton Magazin: 08-02-2026, Als Titelbild für die Münchner Sicherheitskonferenz 2026 wurde der Auftritt von Selenskij 2025 gewählt. Wolfgang Ischinger sagt denn auch: „Die Ukraine hat mit weitem Abstand oberste Priorität. Wie der Krieg dort endet, ist für Deutschland und Europa die Schicksalsfrage schlechthin.“ Bild: MSC
Wolfgang Ischinger, Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, die nächsten Freitag beginnt, hat es geschafft, in einem Interview einen Aufreger oder Aufmacher zu setzen. Prof. Dr. h.c. Ischinger, ehemaliger Staatssekretär des Auswärtigen Amts unter Joschka Fischer, der Deutschland in den ersten völkerrechtswidrigen Angriffskrieg nach dem Zweiten Weltkrieg hineingezogen hatte, deutscher Botschafter in Washington und London und in transatlantischen Organisationen gut vernetzt, machte immerhin eines klar, was von der offiziellen Politik möglichst verschwiegen wird: „Solange die Ukraine Europa verteidigt, ist die Gefahr nicht so groß. Dadurch sind Putins Armeen dort gebunden, und er verliert jede Woche Tausende Soldaten.“ Ischinger vergisst natürlich, dass auch die Ukraine jede Woche Tausende Soldaten verliert. Aber das darf man als Kriegsbefürworter natürlich nicht laut sagen (Wir sollen den Krieg finanzieren, aber seine Wirklichkeit nur selektiv sehen).
Es gibt also nach Ischinger ein Interesse europäischer Länder daran, den Krieg fortzusetzen und die Ukraine militärisch zu unterstützen. Um die Ukrainer und die Souveränität der Ukraine geht es dabei nur am Rande. Der Krieg war, damals noch unter der Führung von Washington, durch den rüden Abbruch der Verhandlungen über die sicher überzogenen, aber wahrscheinlich teilweise verhandelbaren Sicherheitsinteressen Russlands provoziert worden, Moskau hatte sich allerdings durch die Ankündigung militärischer Maßnahmen selbst die Falle gestellt.