Overton Magazin: 21-12-2025, Bild: ulleo/pixabay.com
Die aktuelle Bundestagswahl 2025 war wieder ein Großereignis. Wie bei einer Olympiade waren fast alle Institute und die wichtigen Medienpartner dabei. Eine Umfrage jagte die nächste, Prognosen und unzählige Expertenmeinungen wurden den Wählern präsentiert und die Leser und Zuschauer mit besonders interessanten Geschichten angelockt.
Diese sog. Narrative über Auffälligkeiten und Spekulationen sind natürlich viel besser zu vermarkten als solide Wahlstatistiken. Nach der Wahl wird dann nur kurz auf die Genauigkeit der Wahlprognosen eingegangen. Das versuchen wir seit fast zehn Jahren mit unseren Qualitätsberichten nachzuarbeiten, auch wenn bei den Medien wenig Interesse dafür besteht.
Die letzte Bundestagswahl liegt, wenn man als Kriterium den durchschnittlichen, mittleren absoluten Fehler MAF (eine Definition der verwendeten Kriterien findet man im Anhang) über alle beteiligten Institute heranzieht, ganz knapp hinter der Vorwahl von 2021 und insgesamt bei zehn Wahlen seit 1990 auf dem dritten Platz (s. Tabelle 1). Auf Basis der Analyse von Bundestags-, Europa- und Landtagswahlen über mehr als zehn Jahre haben wir zur einfacheren Interpretation ein Bewertungsschema mittels Schulnoten für den MAF entwickelt. Die Bestnote mit 1,0 wurde 1994 erzielt bei fünf Parteien( plus Sonstige) und zehn teilnehmenden Instituten. Bei den Bundestagswahlen 2021 und 2025 wurde die Note 1,6 erreicht mit jeweils 24 teilnehmenden Instituten und sechs bzw. sieben Parteien.
Wie häufig gab es auch bei dieser Bundestagswahl einen starken Herdentrieb. So haben alle Institute die Linke unterschätzt sowie – bis auf eine Ausnahme – alle die Union und die Grünen über- bzw.