RT-Duits: 24-06-2026,
Das Weiße Haus führt Gespräche mit Iran über ein neues Atomabkommen und setzt dabei auf eine traditionelle Stärke: die Aussicht auf eine Lockerung der Sanktionen sowie den Zugang zu rund 100 Milliarden US-Dollar eingefrorener Vermögenswerte.
Doch diese Hebelwirkung nimmt ab. Teheran hat die US-Sanktionspolitik in den vergangenen Jahren zunehmend unterlaufen, indem es erfolgreich Chinas Finanzarchitektur nutzt – die auf dem Yuan basiert und außerhalb der Reichweite Washingtons operiert. Das berichtet das Wall Street Journal (WSJ) am Mittwoch.
Die Dominanz des US-Dollars, der derzeit in rund 80 Prozent der internationalen Handelsfinanzierung verwendet wird, verschafft Washington traditionell einen großen Vorteil bei der Kontrolle des globalen Geschäftsverkehrs. Die meisten internationalen Transaktionen in US-Dollar müssen über amerikanische Banken abgewickelt werden, was es den USA ermöglicht, sie zu überwachen – und im Bedarfsfall den Zugang zu dem Dollar-System zu sperren, was die Geschäftstätigkeit der Betroffenen massiv beeinträchtigen kann.
Wenn jedoch US-Gegner ihre Geschäfte in Yuan abwickeln, gelangen diese Transaktionen nicht in das vom Westen dominierte Bankensystem. Dadurch wird die Wirkungsmacht Washingtons deutlich geschwächt.
Die USA haben während der Verhandlungen den Weg dafür freigemacht, dass Iran seine Ölexporte wieder aufnehmen und sogar in US-Dollar bezahlt werden kann. Doch selbst unter den Sanktionen, die eigentlich solche Verkäufe verhindern sollten, erzielte Iran laut der US-Energiebehörde (EIA) im Jahr 2024 bis zu 43 Milliarden US-Dollar an Öleinnahmen. Der Großteil der Verkäufe wurde laut dem US-Finanzministerium in Yuan abgewickelt.
Teheran nutzt das Geld, um chinesische Autoteile, Solarpaneele und andere Güter und Dienstleistungen zu kaufen sowie sogenannte Dual-Use-Güter – Materialien,