RT-Duits: 20-06-2026,
Von Dagmar Henn
Sowas kommt wohl raus, wenn man nicht weiß, wo man hin soll, zwischen der Propaganda von heute und der Wahrheit von gestern: ein Titelbild mit “Unser Krieg gegen Russland”, dessen erstes Wort die ganze erste Person Plural aufruft, mit der man heutzutage in Deutschland so gern belästigt wird. “Unsere Demokratie”. “Unsere Werte”.
Freud hätte daran seine Freude, denn die Wahrheit liegt in diesem Fall nicht tief begraben; anders als die Erinnerung an das Unternehmen Barbarossa, den Überfall am 22. Juni 1941 und all die Gräuel, die folgten. Die sind nämlich mitnichten “verscharrt”, nur oberflächlich bedeckt, wie im Text behauptet wird, den zu kochen es ganzer fünf Spiegel-Redakteure bedurfte.
Die Wahrheit erblickte nur kurz das Licht der (west-)deutschen Öffentlichkeit, genau in der Zeitspanne zwischen der Fernsehdokumentationsreihe “Der unvergessene Krieg”, die die USA und die Sowjetunion gegen Ende des Kalten Kriegs gemeinsam produzierten (in den USA 1978 erstmals gezeigt), und der Wehrmachtsausstellung 1995 – die selbst schon am Ende dieser kurzen Pause steht, weil bereits die Erinnerungspolitik zur Auslöschung der DDR an dieser Wahrheit zog und zerrte und die offizielle Politik schwer damit beschäftigt war, die alte Mär von rot gleich braun wieder aufzupolieren.
Ganz zu schweigen von heute. Die FAZ reagierte schnell und mit Empörung auf den Spiegel-Titel und erklärte, der Spiegel “spielt Putins Propaganda in die Hände”. Darauf folgt dann die erwartbare Suada über das “verzerrte Geschichtsbild” des Kremls.