RT-Duits: 07-05-2026,
Der Krieg in der Ukraine hat eine zweite, weniger sichtbare Front eröffnet: die Ausbreitung multiresistenter Bakterien. Schon vor 2022 hatte das Land zu den europäischen Regionen mit besonders hohen Raten an Antibiotikaresistenz gezählt. Der Krieg hat diese Entwicklung deutlich verschärft.
Im Mittelpunkt stehen vor allem schwer behandelbare Krankenhauskeime wie Klebsiella pneumoniae und Acinetobacter baumannii. Sie treten besonders häufig bei schweren Kriegsverletzungen auf. Explosionen verursachen tiefe, stark verschmutzte Wunden, in die Bakterien aus Erde und Umgebung direkt eindringen. Gleichzeitig erschweren zerstörte Infrastruktur, lange Transportwege und überlastete Kliniken eine saubere, kontinuierliche Behandlung.
Unter diesen Bedingungen werden häufig breit wirkende Antibiotika eingesetzt, oft früh und ohne genaue Diagnostik. Das fördert die Entstehung weiterer Resistenzen. In vielen Fällen bleiben nur noch wenige oder gar keine wirksamen Therapieoptionen übrig. Bei einem großen Teil der schwer verletzten Soldaten lassen sich multiresistente Erreger nachweisen, in einzelnen Kliniken betrifft dies einen Großteil der Fälle.
Die medizinische Versorgung im Kriegsgebiet arbeitet dauerhaft am Limit. Infektionen verlaufen oft langwierig und kompliziert, und in besonders schweren Fällen bleiben Amputationen als letzte Möglichkeit. Die Kontrolle von Keimen in einem Umfeld aus Personalmangel, Materialknappheit und ständig neuen Verletzten ist nur eingeschränkt möglich.
Mit der Verlegung Verletzter in europäische Krankenhäuser gelangten auch multiresistente Bakterien über die Grenzen hinweg. Betroffen sind unter anderem Kliniken in Deutschland, den Niederlanden, Finnland und Polen. Dort wurden bei einzelnen Patienten resistente Erreger nachgewiesen, die zuvor im Zusammenhang mit dem Krieg gestanden hatten.
Besonders problematisch sind Bakterienstämme mit zusätzlichen Resistenzmechanismen,