RT-Duits: 02-04-2026,

Von Hans-Ueli Läppli

Die Schweiz hat in einem zentralen Rüstungsgeschäft nachgegeben. Obwohl die Zahlungen für die bestellten Patriot-Luftabwehrsysteme wegen jahrelanger Verzögerungen ausgesetzt worden waren, überwies Bern Ende März einen zweistelligen Millionenbetrag vorzeitig in die USA. Der Schritt erfolgte nicht freiwillig. Aus Washington kam unmissverständlicher Druck.

Das Verteidigungsdepartement bestätigte, dass eine ursprünglich erst im Sommer fällige Tranche für die Beschaffung des Kampfjets Lockheed Martin F-35 Lightning II vorgezogen wurde. Damit sollte ein zentraler Finanzierungsmechanismus funktionsfähig gehalten werden, über den ein Großteil der Schweizer Rüstungsgeschäfte mit den USA abgewickelt wird. Formal hält die Schweiz zwar weiterhin an ihrem Zahlungsstopp für die Patriot-Systeme fest. Faktisch ist dieser jedoch unterlaufen worden.

Die Verzögerung der Patriot-Systeme ist Folge geopolitischer Prioritäten, insbesondere des Ukrainekriegs. Die USA beliefern vorrangig aktive Konfliktzonen. Für die Schweiz bedeutet das längere Wartezeiten und steigende Kosten.VDWI Aviation / Legion-media.ru

Im Kern des Konflikts steht weniger ein einzelnes Waffensystem als vielmehr die Struktur des amerikanischen Beschaffungsmodells. Die Schweiz kauft ihre Systeme über das Programm Foreign Military Sales. Dieses sieht vor, dass nicht die Hersteller, sondern die US-Regierung selbst als Vertragspartner auftritt.

Alle Zahlungen fließen in einen zentral verwalteten Fonds, kontrolliert von der Defense Security Cooperation Agency. Aus diesem Topf werden die Mittel je nach Bedarf den einzelnen Projekten zugewiesen. Für die USA schafft das Effizienz und Flexibilität. Für Käuferstaaten wie die Schweiz entsteht eine strukturelle Abhängigkeit.

Entscheidend ist jedoch, dass die Gelder der einzelnen Projekte kaum voneinander getrennt sind.

 » Lees verder