RT-Duits: 31-03-2026,
Von Murad Sadygzade
Nach einem Monat Krieg gegen Iran sticht eine Schlussfolgerung deutlicher hervor als alles, was in den Pressekonferenzen verkündet wurde: Weder die USA noch Israel gingen mit der Absicht in diese Konfrontation, einen langen Krieg zu führen.
Die Kampagne war als kurze und brutale Episode konzipiert, als Schockoperation, die den iranischen Willen brechen, Teheran zu demütigenden Verhandlungen zwingen oder – in den ambitioniertesten Fantasien aus Donald Trumps politischem Umfeld – einen internen Zusammenbruch und womöglich sogar einen Regimewechsel auslösen sollte. Israels Ziel war etwas anders, wenn auch komplementär. Es wollte der iranischen militärischen und strategischen Infrastruktur maximalen Schaden zufügen, sie auf Jahre schwächen und das regionale Gleichgewicht mit Gewalt verändern. Doch bereits im ersten Kampfmonat begann die zentrale Annahme beider Ansätze zu bröckeln. Anstatt einzuknicken und sich zur Unterwerfung zwingen zu lassen, leistete Iran Widerstand wie ein Staat, der ums Überleben kämpft.
Was Iran nicht umbringt, macht ihn stärker
Die amerikanischen Planer scheinen sich eine begrenzte Strafaktion von ein bis zwei Wochen vorgestellt zu haben. Die Logik war bekannt und aus ihrer Sicht elegant: hart zuschlagen, Angst schüren, Kommandostrukturen zerschlagen, die wirtschaftlichen Kosten erhöhen und einen Moment schaffen, in dem die iranische Führung vor der Wahl zwischen Kapitulation und Katastrophe stünde. Manche im Trump-Lager glaubten offenbar, das iranische politische System sei brüchig genug, um unter Druck zusammenzubrechen. Diese Annahme wirkt heute weniger wie Strategie, sondern eher wie Projektion. Washington ging in den Krieg mit der Erwartung, schnell Einfluss zu gewinnen,