RT-Duits: 25-03-2026,

Die Schweiz verfügt über eines der zuverlässigsten und zugleich CO₂-ärmsten Stromsysteme Europas. Wasserkraft bildet das Rückgrat, ergänzt durch Kernenergie sowie einen dynamisch wachsenden Anteil erneuerbarer Energien.

Eine aktuelle Analyse des Energiekonzerns Axpo zeigt jedoch, dass diese Erfolgsgeschichte zunehmend unter Druck gerät, insbesondere mit Blick auf die künftige Winterversorgung und die Rolle der Kernenergie.

Im Jahr 2024 erreichte die inländische Stromproduktion mit 75,7 Terawattstunden einen Höchststand. Rund 60 Prozent stammen aus Wasserkraft, weitere knapp 30 Prozent aus Kernkraftwerken. Photovoltaik und andere erneuerbare Quellen gewinnen an Bedeutung, machen aber erst gut ein Zehntel der Produktion aus.

Trotz dieser komfortablen Jahresbilanz bleibt die Schweiz strukturell auf Stromimporte angewiesen. Während im Sommer Überschüsse exportiert werden, entsteht im Winter eine Versorgungslücke.

Geringere Wasserzuflüsse und eine schwächere Solarproduktion treffen dann auf eine erhöhte Nachfrage. Diese sogenannte Winterlücke gilt seit Jahren als zentrale Schwachstelle des Systems.

Der Strombedarf dürfte in den kommenden Jahren weiter steigen. Treiber sind die Elektrifizierung des Verkehrs, der Ausbau von Rechenzentren sowie das Bevölkerungswachstum.

Gleichzeitig stehen bedeutende Produktionskapazitäten vor dem Aus: Die Kernkraftwerke Beznau I und II sollen 2032 und 2033 vom Netz gehen.

Vor diesem Hintergrund hat Axpo zwei Versorgungsszenarien entwickelt. Beide gehen davon aus, dass die Schweiz weiterhin in den europäischen Strommarkt eingebunden bleibt und auf Importe zurückgreifen kann.

Zwei Szenarien, keine einfache LösungdieBildmanufaktur/Andreas Haas / Legion-media.ru

Im ersten Szenario würden neue Gaskraftwerke die entstehende Lücke schließen. Diese könnten flexibel eingesetzt werden, insbesondere in Spitzenzeiten im Winter.

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