RT-Duits: 02-05-2026,
Was sind die Hintergründe für die Entscheidung der Vereinigten Arabischen Emirate? Wie viel Öl können die VAE auf den Weltmarkt bringen? Welche Folgen wird dieser Schritt für den weltweiten Ölmarkt und insbesondere für Russland haben? Könnten andere Länder dem Beispiel der Emirate folgen? Diese und weitere Fragen beantwortete Murad Sadygsade, Präsident des Zentrums für Nahoststudien und Gastdozent am Lehrstuhl für Auslandsregionskunde der Fakultät für Weltwirtschaft und Weltpolitik der Nationalen Forschungsuniversität “Wirtschaftshochschule Moskau”, gegenüber der Zeitung Wsgljad.
Was war der Grund für den Austritt der VAE aus der OPEC+?
Der Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate aus der OPEC+ war kein impulsiver oder plötzlicher Schritt. Diese Entscheidung reifte über Jahre hinweg heran.
Zum ersten Mal trat dieser Konflikt 2021 deutlich zutage. Damals blockierten die VAE eine OPEC+-Vereinbarung und forderten eine Anhebung der Förderbasis von 3,168 Millionen auf 3,8 Millionen Barrel pro Tag. Letztendlich wurde ein Kompromiss gefunden: Ab Mai 2022 wurde die Basisquote der VAE auf 3,5 Millionen Barrel pro Tag angehoben. Doch dieser Kompromiss hat das Problem nur aufgeschoben, nicht endgültig gelöst.
Die VAE investierten aktiv in die Modernisierung von Ölfeldern, Infrastruktur, Fördertechnologien und Exportkapazitäten. Das Quotensystem der OPEC+ erlaubte es dem Land jedoch nicht, diese Investitionen voll auszuschöpfen. Für Abu Dhabi kam dies einer wirtschaftlichen Ungerechtigkeit gleich. Das Land hatte Geld in die Ausweitung der Förderung investiert, konnte aber nicht so viel Öl fördern und verkaufen, wie es seine Kapazitäten zuließen.
Aus Sicht der VAE bestrafte das Quotensystem faktisch jene Akteure,