RT-Duits: 23-06-2026,
Der Leitzins dürfte bis zum Jahresende bei 12,75 bis 13 Prozent liegen, so die Einschätzung der von der Zeitung Iswestija befragten Experten. Bisher war davon ausgegangen worden, dass er auf 12,0 Prozent sinken würde, doch die Prognosen haben sich wegen der Signale der Zentralbank bei ihrer letzten Sitzung geändert – die Regulierungsbehörde senkte den Zinssatz lediglich um 0,25 Prozentpunkte, obwohl Analysten und der Markt mit einer stärkeren Senkung gerechnet hatten. Zudem machte die Zentralbank deutlich, dass sie auch weiterhin einen konservativen Kurs verfolgen und die Geldpolitik straffhalten werde. Interessanterweise wurde als Grund für diese Entscheidung nicht die Inflation genannt, auf die sich die Vorsitzende der Zentralbank, Elwira Nabiullina, bei jeder Zinserhöhung in den vergangenen Monaten und Jahren berufen hatte. Iswestija schreibt:
“Das größte Risiko besteht nach Ansicht der Zentralbank in den Staatsausgaben. Im Zeitraum Januar bis Mai 2026 wies der Bundeshaushalt ein Defizit von mehr als sechs Billionen Rubel auf, was drei Billionen mehr sind als im Vorjahr und fast doppelt so hoch ist, wie es in den Jahresplänen vorgesehen ist.
Das Basisszenario der Bank von Russland sah vor, dass die Haushaltspolitik mittelfristig zu einer Verlangsamung der Inflation beitragen würde, wird in der Pressemitteilung betont. Das Fortbestehen des primären strukturellen Haushaltsdefizits bis zum Jahr 2029 könnte jedoch eine strengere Geldpolitik erfordern als im Basisszenario vorgesehen.”
Anschließend revidierten die Experten, die zuvor eine deutliche Senkung des Leitzinses bis zum Jahresende prognostiziert hatten, ihre Einschätzungen. Nach der Entscheidung vom Juni bleibt der Bank von Russland zwar Spielraum für eine weitere Lockerung der Geldpolitik,