RT-Duits: 02-04-2026,

Mit Sicht auf das Risiko der unbegrenzten iranischen Kontrolle über die Straße von Hormus erwägen die Golfstaaten aufwendige Projekte, um die Engstelle umgehen und Öl- und Gaslieferungen fortsetzen zu können. Wie die Zeitung Financial Times (FT) in einem Bericht vom Donnerstag erläuterte, könnte die bestehende Abhängigkeit der Golfstaaten von der Lage in der Meerenge wohl nur durch neue Pipelines beseitigt werden, wenn auch solche Projekte kostspielig und politisch kompliziert wären sowie mehrere Jahre für die Fertigstellung bräuchten.

Der aktuelle Konflikt um Iran hob die strategische Bedeutung der Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien, führte die FT weiter aus. Die Leitung, die in den 1980er-Jahren aus Furcht vor Folgen des Konfliktes zwischen Iran und dem Irak und dem dadurch ausgelösten “Tankerkrieges” gebaut wurde, führt vom Erdölfeld von Abqaiq im Osten Saudi-Arabiens durch die Halbinsel zum Hafen Yanbu am Roten Meer. Jetzt würden täglich 7 Millionen Barrel Öl über die Pipeline geliefert.

Ein hochrangiger Manager eines Energieunternehmens aus der Golfregion betonte laut der FT, dass der Bau der Ost-West-Pipeline im Nachhinein ein Geniestreich war. Saudi-Arabien prüfe nun, wie es mehr von seiner täglichen Fördermenge von 10,2 Millionen Barrel über die Pipeline exportieren könnte. Dabei würden unter anderem die Erweiterung der Ost-West-Kapazität oder der Bau neuer Routen in Erwägung gezogen.

Eine Option sei die Wiederaufnahme des US-angeführten Wirtschaftskorridors Indien-Nahost-Europa (IMEC), betonte die FT unter Berufung auf einen Beamten aus der Golfregion. Ursprünglich habe das Projekt eine politisch heikle Pipeline zum israelischen Hafen Haifa vorgesehen.

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