RT-Duits: 26-03-2026,

Von Rainer Rupp

“Ein komplexes Geflecht aus wirtschaftlichen und geopolitischen Folgen verhindert einen Sieg”, lautet der Untertitel, den der Autor des aktuellen Artikels in Defence One, Shaun McDougall, Senior Analyst bei Forecast International, verfasst hat. Seine Kernthese lautet, dass der US-Krieg gegen Iran “die strategischen Grenzen taktischer Militärerfolge” testet. Auch wenn die US- und israelischen Luftschläge die iranischen Fähigkeiten erheblich geschwächt hätten, verhindere ein “komplexes Netz globaler wirtschaftlicher und strategischer Konsequenzen” einen klaren Sieg.

Bereits nach der Lektüre des ersten Absatzes erkennt man das Ziel dieses Artikels: Das katastrophale Versagen der US-Militärmaschine und ihrer inkompetenten politischen Führung soll gegenüber den Kriegstreibern im Tiefen Staat und den Militaristen und Hurra-Patrioten in der eigenen Bevölkerung gerechtfertigt werden. Das Argument: Die USA sind nach wie vor der gefährlichste Tiger weit und breit, aber im Falle Irans darf er aus Rücksichtnahme auf das “komplexe Netz globaler wirtschaftlicher und strategischer Konsequenzen” seine Krallen nicht richtig zeigen.

Als Beweis für die tödlichen Krallen, die der US-Tiger immer noch hat, zitiert der Autor das im deutschen Wiesbaden residierende Hauptquartier US Central Command (CENTCOM), das auch für die Kriegsführung gegen Iran verantwortlich ist. Laut CENTCOM sind bisher über “9.000 Ziele” in Iran angegriffen worden, darunter mehr als “140 iranische Schiffe”, die beschädigt oder zerstört wurden.

Die dutzendfach zerbombten iranischen Krankenhäuser, Notaufnahmen, Sanitätsstationen und Schulen und die zerrissenen Körper von Hunderten kleinen Mädchen verschweigt der Autor pietätvoll. Wahrscheinlich sollen beim Leser keine ungewollten Emotionen gegen den Krieg geweckt werden.

 » Lees verder