RT-Duits: 29-07-2026,

Da macht sich bemerkbar, dass ein Verlag die Wahl des Jugendworts des Jahres durchführt – der altbekannte Wörterbuchverlag Langenscheidt führt diesen Event seit 2008 durch, eigentlich als Werbeevent für sein Lexikon “100 Prozent Jugendsprache”. Anfänglich waren diverse Jugendzeitschriften an der Entscheidung beteiligt, inzwischen wird diese Wahl auf Grundlage von Vorschlägen im Internet durchgeführt.

Aber ein Vorschlag darf dieses Jahr nicht dabei sein. Das Wort “Mehrzweckeier”, eine abgemilderte Form des seit Beginn der Debatte beliebten Demonstrationsplakats “Merz leck Eier”, das völlig jugendgerecht auch zur Inspiration eines Videos wurde, wurde vom Verlag aussortiert. Obwohl es die Schwelle auf die Liste der ersten Zehn mühelos geschafft hatte – ja, die Berichterstattung des Redaktionsnetzwerks Deutschland legt sogar nahe, dass dieses Wort bei den Einreichungen führte: “Und ein Begriff stahl allen die Show, bevor er von der Jury eiskalt gestrichen wurde: ‘Mehrzweckeier’.”

Interessanterweise ist der Verlag, der heute als Langenscheidt firmiert, schon seit 2019 Klett-Pons; dahinter stehen zwei Jahrzehnte, in denen sich die ganze Wörterbuchbranche massiv konzentrierte, vermutlich auch, weil die Konkurrenz durch reine Internet-Portale wie Leo so stark ist: Ehe Langenscheidt übernommen wurde, weil die beiden Besitzer ihr Geld anderweitig investieren wollten, kaufte der Verlag Berlitz und Brockhaus, Duden und Meyer; Wörterbücher und deren digitale Nachfolger sind eben vor allem ein Geschäft.

Die Begründung dafür, “Mehrzweckeier” auszuschließen, ist, der Begriff verstoße gegen die Regeln, weil Begriffe verboten seien, die “auf der Herabwürdigung oder Schmähung einzelner Personen des öffentlichen Lebens basieren”. Bei ganzen, größeren Gruppen hat sich der Verlag nicht so – 2024 kam Talahon auf Platz zwei;

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