RT-Duits: 20-06-2026,
Roger Köppel weigert sich, sich vorschreiben zu lassen, mit wem er reden darf – auch und gerade beim Thema Ukraine. In einer Zeit, in der weite Teile der westlichen Medien und Politik eine klare moralische Linie ziehen und abweichende Stimmen ausgrenzen, beharrt er auf einem anderen Verständnis von Journalismus und Neutralität.
“Ein neutrales Land darf sich während eines Krieges nicht in die Kriegsrhetorik hineinziehen lassen.”
Im Gespräch mit Lukas Hässig auf Inside Paradeplatz machte Köppel deutlich, was ihn an der aktuellen Debatte am meisten stört: Die Schweiz habe unter dem Druck emotionaler Bilder und moralischer Empörung ihre traditionelle Neutralität weitgehend aufgegeben.
“Der Krieg ist eine Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.”
Statt sich zurückzuhalten und Gesprächskanäle offenzuhalten, habe sie sich den Sanktionen der EU gegen Russland angeschlossen und sich damit de facto auf eine Seite gestellt. Für Köppel ist das kein kleiner Ausrutscher, sondern ein grundsätzlicher Fehler.
Er kritisiert, dass starke Bilder aus dem Krieg die öffentliche Wahrnehmung einseitig geprägt haben. Diese Bilder hätten Emotionen geschürt und eine differenzierte Auseinandersetzung erschwert.
“Die Position von Ursula von der Leyen wird überall breit dargestellt. Das lesen wir jeden Tag in den Zeitungen. Aber was denkt eigentlich der Russe?”
Statt die geopolitischen Realitäten und die Konsequenzen politischen Handelns nüchtern zu analysieren, dominiere ein moralisches Raster, das den Konflikt auf die einfache Formel “die Guten gegen die Bösen” reduziere. Wer in diesem Klima auch nur ansatzweise die russische Perspektive oder die tieferen Ursachen des Konflikts zur Sprache bringe,