RT-Duits: 01-08-2026,

Von Hans-Ueli Läppli

Die Blamage mit den F-35 aus Amerika ist noch nicht vorbei. Der versprochene Fixpreis ist geplatzt, die Bestellung musste von 36 auf rund 30 Jets gekürzt werden, und die Kosten für Infrastruktur steigen weiter. Mitten in diesem Scherbenhaufen stellt sich die viel grundlegendere Frage neu:

Braucht die Schweiz überhaupt eine Armee?

Kaum sind die neuen Leitlinien für die Verteidigung vom Bundesrat verabschiedet, geraten sie bereits unter starken Beschuss – diesmal nicht von außen, sondern aus den eigenen Reihen und vor allem aus dem Offizierskorps.

Interne Dokumente aus der Ämterkonsultation zeigen, dass das Justiz- und Polizeidepartement unter SP-Bundesrat Beat Jans Kampfpanzer für veraltet und zu teuer hält.

Die Ersetzung der gesamten Flotte durch Drohnen und Robotik sei angesichts der technologischen Entwicklung und der finanziellen Möglichkeiten alternativlos. Dazu stuft das Departement das Szenario eines umfassenden militärischen Angriffs auf die Schweiz als sehr unrealistisch ein und stellt sarkastisch die Frage, ob man sich etwa Russland an der Schweizer Grenze vorstelle.

Der Gesamtbundesrat hatte am 19. Juni unter Verteidigungsminister Martin Pfister einen klaren Kurs beschlossen. Rund 80 Prozent der künftigen Rüstungsinvestitionen bis 2039 sollen in Cyberabwehr, Luftverteidigung, Drohnen und den Schutz kritischer Infrastrukturen fließen.

Für die Abwehr eines großen konventionellen Angriffs bleiben 20 Prozent. Auf einen 1:1-Ersatz schwerer Systeme wie Kampf- und Schützenpanzer wird verzichtet. Die Fähigkeiten im Bodenkampf sollen jedoch erhalten und weiterentwickelt werden, ergänzt oder teilweise ersetzt durch moderne Lenkwaffen, Drohnen und Artillerie.

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