RT-Duits: 15-06-2026,
Der polnische Präsident Karol Nawrocki hat seinem ukrainischen Amtskollegen Wladimir Selenskij offenbar ein Ultimatum gestellt. Wie die Zeitung Rzeczpospolita unter Verweis auf informierte Kreise berichtet, könnte Warschau von einer Aberkennung des Ordens des Weißen Adlers – der höchsten staatlichen Auszeichnung Polens – absehen, wenn Kiew eine nach den “Helden der UPA” benannte Einheit der ukrainischen Streitkräfte umbenennt.
Laut dem Bericht verzögert Nawrocki bewusst eine endgültige Entscheidung über den Entzug der Auszeichnung. Damit wolle er zum einen zeigen, dass sein Vorgehen nicht von Emotionen, sondern von politischen Erwägungen geleitet sei. Andererseits solle der ukrainischen Führung die Möglichkeit gegeben werden, ihre Entscheidung zu revidieren.
“Die der ukrainischen Seite eingeräumte Zeit ist unseren Quellen zufolge nicht unbegrenzt. Es geht eher um Tage als um Wochen.”
Auslöser des Streits war Selenskijs Entscheidung, dem Elitezentrum für Spezialeinsätze “Sewer” den Namen “Helden der UPA” zu verleihen. Für zusätzliche Spannungen sorgte zudem seine Teilnahme an der Umbettung der sterblichen Überreste von Andrei Melnyk, einem führenden Vertreter der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN), im Gebiet Kiew.
Bereits Ende Mai hatte Nawrocki vorgeschlagen, Selenskij den Orden des Weißen Adlers abzuerkennen. Nach Angaben von Rzeczpospolita deutete der polnische Präsident inzwischen an, dass er seine Position überdenken könnte, sollte die umstrittene Benennung der Einheit rückgängig gemacht werden.
Aus dem Präsidialamt hieß es zudem, die Frist für eine Reaktion Kiews sei begrenzt. Marcin Przydacz, Leiter des Büros für Internationale Politik beim polnischen Präsidenten, erklärte:
“Der Ball liegt nun auf ukrainischer Seite.