RT-Duits: 18-06-2026,
Von Dagmar Henn
Eigentlich genügt es schon, zu lesen, dass Johann Wadephul, der gerade den deutschen Außenminister gibt, mit Radoslaw “Danke USA” Sikorski befreundet ist. Mr. Anne Applebaum, der damals nicht schnell genug über die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines jubeln konnte. Wenn es einer Illustration bedarf, dass Herr Wadephul vieles vertritt, aber kaum die deutschen Interessen, dann ist es das.
Aber es geht ja noch schöner. Sicher, er ist bei weitem nicht der einzige deutsche Politiker, der irgendwie vergessen hat, in welcher Schublade er das Wort “Angriffskrieg” abgelegt hatte, als Israel und die USA begannen, den Iran zu bombardieren, so, wie er überhaupt vor Verständnis für Israel überfließt, gleich, in welchem Land es gerade eine wie breite Blutspur zieht, und dann mit zielsicherem Ungerechtigkeitsgefühl die iranische Reaktion verurteilt.
Richtig niedlich wird es dann, wenn er von der historischen Verantwortung Deutschlands spricht. Die nicht nur dazu zu verpflichten scheint, die Augen vor israelischen Gräueln ganz fest zu verschließen und weiter eifrig Waffen zu liefern, auch wenn weder die Palästinenser noch die Libanesen irgend ein Gran dieser besagten Schuld auf sich geladen haben und daher vielleicht, auch nur vielleicht, damit begründet werden könnte, hinzunehmen, würde Israel Stuttgart oder Bielefeld bombardieren, aber nicht Beirut und Gaza – nein, Wadephul erklärt, es gebe auch eine historische Verantwortung Deutschlands gegenüber Polen.
Was eine gewisse Legitimität besitzt, aber doch sehr, sehr seltsam wirkt angesichts der Tatsache, dass an der polnischen Ostgrenze für ihn offenbar Schluss war mit historischer Schuld.