RT-Duits: 30-07-2026,
Nach wochenlangem anhaltendem Druck und intensiver Medienberichterstattung hat Walter Ruck am Donnerstag seinen Rücktritt als Präsident der Wirtschaftskammer Wien und als Obmann des Wirtschaftsbundes Wien bekannt gegeben. In einer Vorstandssitzung erklärte der langjährige Funktionär, er ziehe sich aus privaten Gründen zurück. Seine bisherige Stellvertreterin Margarete Kriz-Zwittkovits übernimmt beide Funktionen.
Damit endet Rucks zwölfjährige Ära an der Spitze der Wiener Kammer, die rund 150.000 Unternehmen vertritt. Noch im Mai war er für weitere fünf Jahre wiedergewählt worden. Eine persönliche Erklärung des scheidenden Präsidenten liegt nicht vor. Der Vorstand des Wirtschaftsbundes dankte ihm in einer knappen Aussendung für seine Arbeit.
Auslöser der Krise waren Gesprächsprotokolle, die Ende Juli von den Leitmedien veröffentlicht wurden. Das vertrauliche Gespräch soll Ende 2025 stattgefunden haben. Darin soll Ruck über seinen Einfluss auf Postenbesetzungen und Listenerstellungen gesprochen, Parteikollegen und Vertreter der Industrie scharf kritisiert sowie sich abfällig über Frauen geäußert haben. Zudem steht der Vorwurf im Raum, er habe die Kandidatur eines seiner Söhne bei der Wiener ÖVP begünstigt.
Ruck wies die Vorwürfe zurück und sprach von einer “Medienkampagne”. Am vergangenen Freitag schloss ihn der ÖVP-Bundesparteivorstand dennoch einstimmig aus der Partei aus. Trotz des zunehmenden Drucks hatte Ruck einen Rücktritt bis zuletzt kategorisch ausgeschlossen. Auch der Wiener Wirtschaftsbund stellte sich zunächst hinter ihn.
Zusätzliche Brisanz erhielt die Affäre in den vergangenen Tagen durch den Vorwurf, Marko Fischer, Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbands Wien und Vizepräsident der Wirtschaftskammer, stecke hinter dem Leak. Fischer wies die Anschuldigungen entschieden zurück und legte eine eidesstattliche Erklärung vor.