UncutNews: 03-05-2026,

Peiman Salehi

Iran hat den Druck nach außen gelenkt und die USA in eine Pause gezwungen, die diese politisch nicht aufrechterhalten können.

Was derzeit als „Waffenstillstand“ zwischen Iran und den USA beschrieben wird, ist in Wirklichkeit etwas weit Zerbrechlicheres und weit Strategischeres: eine vorübergehende Pause in einem andauernden Krieg.

Diese Unterscheidung ist von Bedeutung. Denn während Washington diesen Moment als diplomatische Öffnung darzustellen versucht, betrachtet Teheran ihn zunehmend als Neukalibrierung des Tempos – nicht als Beilegung des Konflikts.

Genau diesen Punkt hat der iranische Chefstratege Mohsen Rezaei kürzlich artikuliert: Was wir derzeit erleben, sei kein Waffenstillstand, sondern ein „militärisches Schweigen“ innerhalb eines aktiven Krieges.

Verhandlungen sind aus dieser Perspektive keine Alternative zum Konflikt, sondern etwas, das sich innerhalb desselben entfaltet. Der aktuelle Moment entspricht dieser Doktrin. Es gibt keine politische Einigung, keine strukturelle Verschiebung der amerikanischen Ziele und keine Anzeichen dafür, dass die grundlegende Auseinandersetzung beigelegt wurde.

Washingtons gescheiterte Wette

Von Anfang an reichte das US-Ziel tiefer als die militärische Eindämmung. Im Kern war die Strategie ideologischer Natur. Washington kalkulierte, dass es durch die Beseitigung der Führung der Islamischen Republik eine Transformation des iranischen politischen Systems selbst auslösen könnte – ersetzt durch einen gefügigeren, „rationaleren“ Akteur, der den westlichen Erwartungen entspricht.

Diese Wette ist gescheitert.

Anstatt eine liberalisierende Wende herbeizuführen, hat sich das Gegenteil ergeben. Irans innere Entwicklung hat sich nicht in Richtung Deeskalation oder ideologischem Kompromiss bewegt. Wenn überhaupt, wurde die Kontinuität gestärkt.

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