UncutNews: 03-05-2026, Ein Blick aus Teheran mit Professor Seyed Mohammad Marandi

Im Live‑Interview „Now Live: Is the War on Iran Really Over?“ mit Professor Seyed Mohammad Marandi, Dozent an der Universität Teheran und langjähriger politischer Analyst, zieht sich ein Faden durch das ganze Gespräch: Der Krieg ist längst nicht vorbei – weder militärisch noch gedanklich. Stattdessen findet er heute auf mehreren Ebenen gleichzeitig statt: in den Straßen und Häfen des Iran, in den Märkten und Regierungen der westlichen Welt und in den Köpfen der Menschen, die tagtäglich mit Propaganda, Kriegsbilder und Fake‑„Friedens“‑Ankündigungen bombardiert werden.

Leben im Krieg: Normalität trotz Blockade

Marandi beschreibt Teheran als eine Stadt, die äußerlich weitgehend normal wirkt. Die Menschen einkaufen, die Kinder gehen zur Schule, die Straßen füllen sich nachts nicht mit Panik, sondern mit solidarischen Kundgebungen zugunsten der iranischen Streitkräfte und der „Achse des Widerstands“. „Teheran ist eine sehr sichere Stadt“, sagt Marandi. „Du kannst nachts allein um 23 oder 24 Uhr durch die Straßen gehen und dich sicher fühlen.“

Gleichzeitig spürt die Bevölkerung die Folgen der Kriegs‑ und Sanktionslage: Die Inflation steigt, Fabriken wurden bombardiert, Medikamenten‑ und Energieversorgung sind angespannt. Doch im Vergleich zu den Erfahrungen in westlichen Metropolen empfindet der Professor die iranische Alltagssicherheit sogar als höher. Die Menschen sind „unerschrocken“, wie er formuliert – sie gehen zur Arbeit, essen, feiern und beten weiter, während im Hintergrund Gerüchte über eine bevorstehende großangelegte Offensive einer „Epstein‑Koalition“ kursieren, die sich offenbar aus den USA, Israel und westlichen Verbündeten zusammensetzt.

Die „Schuldfrage“: Wer ist kriegsfähig – und wer schaut weg?  » Lees verder