Fassadenkratzer: 02-12-2025,
Gastautor Richard W. Berthelme gibt nachfolgend eine kurze Aufarbeitung der Belletristik, die sich mit der Corona-Zeit beschäftigt. Es sind inzwischen viele Sachbücher erschienen, die über die Hintergründe der inszenierten „Pandemie“ aufklären, aber literarische Verarbeitungen haben es schwer, einen Verlag zu finden. Der Autor weist dabei auf seinen eigenen literarischen Versuch hin, der vor einem Jahr unter dem Titel „Wintermund und der Stille Graben“ erschienen ist. „Mir wurde schnell klar, dass die Verlautbarungen und die Maßnahmen der Regierung nicht nur unsinnig, sondern auch unter Umgehung des Grundgesetzes gefährlich und menschenfeindlich waren.“ Und er habe da beschlossen, einen bereits begonnenen Roman zeitgeschichtlich umzuschreiben. (hl)
Von Gastautor Richard W. Barthelme
Die Coronazeit ist noch lange nicht vorbei. Die verschiedenen Lager zwischen Politik („aus damaliger Sicht alles richtig gemacht“) und Maßnahmen-Gegnern („ihr habt Menschen in Tod und Krankheit getrieben“) stehen sich nach wie vor unversöhnlich gegenüber. Es gibt zahlreiche Sachbücher über diese Zeit, aber nur wenig literarische Aufarbeitung. Und einem Klassiker hat es zu neuem Ruhm verholfen.
„Die Pest“ von Albert Camus (1913-1960) liegt in der 101. Auflage im Buchhandel vor, zitierte die „Dresdner Morgenpost“ im Februar 2021 eine Rowohlt-Sprecherin. 2020 seien etwa 150.000 Exemplare des erstmals 1947 erschienenen Buches verkauft worden. Der Roman handelt von einer Pestepidemie in den 1940er-Jahren in der algerischen Küstenstadt Oran und beschreibt die unterschiedlichen Reaktionen der Bewohner auf die Maßnahmen der Politik, die die Stadt hermetisch abriegelt. Viele Menschen haben in dem Roman Parallelen zu dem gesehen, was weltweit in der Coronazeit geschehen sei.