Anti-Spiegel: 27-12-2025,
Russlands Rolle auf dem afrikanischen Kontinent wächst, während der Westen dort an Boden verliert. Warum gelingt Russland das?
Dass der Konflikt zwischen dem Westen einerseits und Russland und China andererseits über die Schaffung einer neuen Weltordnung in Afrika entschieden wird, habe ich mehr als einmal thematisiert. Die Frage, welcher Seite Afrika sich zuwendet, wird entscheidend für die neue Weltordnung, weil Afrika mit schnell wachsenden Volkswirtschaften und Bevölkerungen in den nächsten Jahrzehnten zu einem entscheidenden Absatzmarkt wird, der außerdem noch über alle nötigen Bodenschätze und fruchtbare Böden verfügt.
Schon die Sowjetunion hat auf Afrika gesetzt, den afrikanischen Staaten bei der Erlangung ihrer Unabhängigkeit geholfen und sie danach – im Gegensatz zum Westen – nicht ausgebeutet, sondern ihnen bei ihrer Entwicklung geholfen. Davon profitiert Russland heute, denn viele der heutigen afrikanischen politischen und wissenschaftlichen Eliten haben in der Sowjetunion studiert und ein positives Bild von Russland. Daran knüpft Russland heute an und lädt afrikanische Studenten wieder zum Studium nach Russland ein und baut in Afrika Kompetenzzentren zur Ausbildung der künftigen afrikanischen Eliten auf.
Wie ernst es Russland mit der Zusammenarbeit mit Afrika meint, konnte ich in den letzten Monaten selbst erleben, denn ich war in Russland auf vielen Konferenzen zu diversen Themen und fast immer waren da auch Experten, die konkret an der Zusammenarbeit mit Afrika arbeiten. Russlands Umorientierung weg vom Westen – und vor allem Europa – hin nach Asien und Afrika springt bei solchen Veranstaltungen geradezu ins Auge.
Ein russischer Afrika-Experte hat für die russische Nachrichtenagentur TASS einen Artikel über Russlands Perspektiven in Afrika geschrieben,