Manova: 14-02-2026,

Frauen lieben Männer und Männer lieben Frauen. Meistens jedenfalls. Das ist eine frohe Botschaft, denn dies ist die Voraussetzung für den Fortbestand des menschlichen Lebens. Trotz aller Versuche, die Damen und Herren der Schöpfung zu spalten, ist die Liebe in Liedern, Filmen, Gedichten und Märchen kulturübergreifend das Thema Nummer eins. Und dennoch liegen Welten zwischen ihren Lebensrealitäten, und diese zumeist unbewussten Unterschiede führen nicht selten zur oben genannten Spaltung, zu Verständnislosigkeit und sogar zu Feindseligkeit.

Das Verhältnis der Geschlechter war selten so angespannt wie heutzutage. Zumindest könnte man diesen Eindruck gewinnen, wenn man in die sozialen Medien blickt. Die Situation dort mag nicht exakt der Realität entsprechen, hat aber zweifelsfrei Einfluss auf diese. Für jedes Phänomen findet sich mittlerweile ein passender Anglizismus. In feministischen Diskursen ist von „Victim Blaming“ die Rede, wenn versucht wird, die Schuld etwa nach einem sexuellen Übergriff auf das Opfer umzuwälzen, indem man beispielsweise danach fragt, welche Kleidung es trug und ob es den Übergriff damit nicht provoziert habe.

In der oft männlich geprägten Gegenbewegung findet sich der Begriff „Victimhood Culture“, der darauf abzielt, dass Frauen sich moralisch erhöhen, indem sie ihren Opferstatus betonen. Erzählt eine Frau davon, dass sie beispielsweise am Arbeitsplatz begrapscht wurde, findet sich schnell ein Mann, der einwirft, man könne Frauen ja heute nicht einmal mehr die Tür aufhalten, ohne als übergriffiger Patriarch zu gelten. Die Konsequenz dieses Diskurses ist, dass am Ende nichts die Aufmerksamkeit und Aufarbeitung erfährt, die es verdient, denn der Machtkampf hat begonnen.

Männer wissen oft nicht,

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